Die Entstehung -1954/1970
1954. Der Zweite Weltkrieg liegt einige Jahre zurück und der
Wiederaufbau läuft weltweit auf Hochtouren. Die Vereinigten Staaten
feiern den Stapellauf des „Nautilus“, während Russland das erste
zivile Kernkraftwerk einweiht. Auch in Italien tut sich einiges. Es
beginnen die ersten Fernsehübertragungen, die Bergsteiger Achille
Compagnoni und Lino Lacedelli erklimmen den K2 und die Stadt Triest
wird erneut italienisch. Ein Jahr im Zeichen der Dynamik und des
Tatendrangs, der in Uboldo, Provinz Varese, Giovanni Radrizzani und
seine Frau Antonia dazu bewegt, eine Werkstatt für Arbeiten im
Auftrag Dritter zu eröffnen, mit dem Namen Radrizzani Giovanni. Die
Initiative beginnt sofort Früchte zu tragen, so dass bereits Anfang
der 60er Jahre eine Erweiterung des Betriebs notwendig ist, der sich
auf die Herstellung von Radscheiben spezialisiert hat. Hinzu kommt,
nicht zuletzt dank des Eintritts des Sohnes Giancarlo in die Firma,
die Produktion von Achsen für Landmaschinen. Zu Beginn der 70er
Jahre beginnen mit dem Eintritt des zweiten Sohnes Flavio die ersten
Exporte in das westliche Mitteleuropa.
Die jüngste Geschichte - 1970/2000
Von diesem Moment an nimmt der Export eine immer wichtigere Stellung
in der Firma ein, die Anfang der 80er Jahre beschließt, die
Produktion zu trennen, indem sie die Herstellung der Radscheiben an
das neue Unternehmen ITALRUOTE überträgt. Die Herstellung der Achsen
bleibt bei der Radrizzani Giovanni e figli Snc, umbenannt in ADR
Spa. Das auf eine qualitativ hochwertige Produktion setzende
Unternehmen erweitert seine Marktpräsenz in den 90er Jahren immer
weiter und leitet einen Internationalisierungsprozess ein, der zum
Erwerb der französischen Firma COLAERT ESSIEUX führt, einem in
Europa führenden Unternehmen für die Herstellung von Achsen und
kompletten Federungen für Land- und Industriemaschinen.
Wiederverkäufer von COLAERT in den angelsächsischen Ländern ist das
englische Unternehmen TYREMART, das ebenfalls Teil des Konzerns wird.
Im gleichen Zeitraum wird ITALRUOTE ins Friaul verlegt, wo es von
dem örtlichen Unternehmen CLM übernommen wird. 1996 wird die
polnische Firma ATW gegründet, die für die Lieferung von Teilen für
die Schwesterfirmen sowie für komplette Achsen, Landmaschinen- und
Straßenachsen zuständig ist, aber auch als Brückenkopf für die
geplante Erweiterung des Unternehmens auf die wachsenden Märkte in
Mittelosteuropa und den Republiken der ehemaligen Sowjetunion
fungieren soll.
Das neue Jahrtausend
Im neuen Jahrtausend arbeitet der ADR-KONZERN an
seiner Konsolidierung. Man tätigt große industrielle Investitionen,
und alle Gesellschaften beginnen mit der Errichtung neuer Gebäude
für die zukünftigen Aktivitäten. Leider ereignet sich auch der
plötzliche und frühzeitige Tod von Giancarlo Radrizzani, durch den
jedoch das Zugehörigkeitsgefühl der Konzernmitarbeiter gestärkt wird,
was zu einer kompakten und konstruktiven Reaktion führt, in deren
Folge die Kräfte und Investitionen hin zu einer immer deutlicheren
Internationalisierung intensiviert werden. Mit Gründung der Holding
RPF beginnt die finanzielle und organisatorische Umstrukturierung
des Unternehmens, sowie der Beginn der Erweiterung nach Asien und
Südamerika durch die Gründung von Joint-Ventures in China und
Brasilien, die die ADR-Produkte auf den dortigen Märkten einführen
sollen.
Die Zukunft
Die mittelfristigen Entwicklungsziele des
ADR-Konzerns sind klar festgelegt. Der Eintritt der dritten
Generation in die Firma und die wichtigen bisher getätigten
Investitionen ermöglichen eine höhere Präsenz auf den bekannten
internationalen Märkten und eine Erweiterung des Handels mit
Osteuropa, Nord- und Südamerika sowie Asien, mit besonderem
Augenmerk auf China. Auch wenn die Produkte zunächst für den
Landmaschinensektor entwickelt wurden, liegen sie technisch auf
höchstem Niveau; die Firmenstrategie ist darauf ausgerichtet, die
Technologie weiterzuentwickeln, um mit steigendem Erfolg in die
Sektoren Straßentransport, Schiffs- und Luftverkehr, Erdbewegung und
Verteidigung einzusteigen.
